Wenn sich die Waschmaschine nicht mehr dreht bzw. bei dem Versuch zu schleudern kläglich ihre Riemen streckt, sind meist verbrauchte Kohlebürsten, auch Motorkohlen genannt, dafür verantwortlich. Das Gute daran: Eine Reparatur ist ohne Weiteres möglich und auch nicht allzu teuer wie dieser Anleitung zeigt.


Bauknecht-Waschmaschine: Motorkohlen tauschen

Auch das noch! Es ist Waschtag und der Kleiderberg durchbricht bereits die Wolkendecke. Doch die liebe Waschmaschine will einfach nicht recht in Schwung kommen. Stattdessen dreht sie nur langsam vor sich hin, an den Schleudergang ist gar nicht zu denken. Hier stimmt ganz eindeutig etwas nicht!
Wenn die Waschmaschine sich nicht mehr richtig dreht, liegt das üblicherweise am Keilriemen oder an abgenutzten Motorkohlen. Ein schleifender Riemen macht aber enorm viel Lärm. Und wäre er ganz gerissen, würde sich gar nichts mehr drehen. Also die Motorkohlen!
Technische Laien werden hier nun schnell die Stirn runzeln und sich fragen, was das überhaupt ist. Doch in Wahrheit kann man diese Sache ganz einfach selber reparieren! Die folgende Anleitung verrät Schritt für Schritt, wie sich die Motorkohlen tauschen lassen.

Und die passenden Motorkohlen für Deine Waschmaschine haben wir in unserem Shop.

Wenn die passenden Teile nicht dabei sind, kannst Du uns gerne kontaktieren.


Werkzeug und Sicherheit

Die Reparatur wird an einer WA Sensitive 24 DI von Whirlpool/ Bauknecht durchgeführt. Unterhalb dieser Anleitung findest Du außerdem eine Liste von Maschinen, bei denen die beschriebene Vorgehensweise ebenfalls funktioniert. Sicher klappt es auch mit Deinem Gerät!
Alles, was für die Reparatur gebraucht wird, ist ein Torx-Schraubendreher der Größe TX20, ein Steckschlüsselsatz, ein Kreuzschraubendreher und natürlich ein Satz neuer Motorkohlen. Letztere kannst Du praktischerweise gleich hier auf Schraub-Doc bestellen!
Bevor Du Dich aber nun gleich an der Waschmaschine zu schaffen machst, sind noch die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Also erst die Maschine vom Wasseranschluss trennen und dann unbedingt auch vom Stromnetz. Achte darauf, alle im jeweiligen Land geltenden Gesetze und Bestimmungen zu beachten. Mit Strom ist nicht zu spaßen!


Maschine öffnen und Keilriemen entfernen/prüfen

Wo auch immer das Problem liegt – Gewissheit wird nur ein Blick in die Maschine bringen. Also muss zunächst einmal die Gehäuserückwand entfernt werden. Auf der Rückseite der Maschine finden sich links und rechts jeweils fünf Schrauben, die übereinander angeordnet sind. Diese müssen nun herausgedreht werden. Die Rückwand wird dann abgenommen und beiseite gestellt.
Die ganze Aufmerksamkeit gilt nun zuerst dem Keilriemen. Vielleicht ist er ja doch vom Antriebsrad gerutscht. In einem solchen Fall muss der Riemen nur neu aufgespannt und ausgerichtet werden. Falls dem nicht so ist, liegt die Ursache tiefer. Der Riemen wird langsam vom Antriebsrad heruntergedreht und abgenommen. Sieht er schon recht mitgenommen aus, wird er bei dieser Gelegenheit gleich getauscht.


Motor ausbauen

Unterhalb der Trommel ist der Motorblock deutlich zu erkennen. Um die Motorkohlen tauschen zu können, muss dieser zunächst aus der Maschine geholt werden. Das ist aber nicht weiter schwierig. Zu Beginn sind die Steuerkabel abzustecken. Hierbei handelt es sich um zahlreiche weiße Drähte, die links unten am Motor in einem Stecker münden. Dieser Stecker wird nun herausgezogen. Dabei auf die Plastiknasen der Sicherung achten!
Mit einem passenden Steckschlüssel werden nun die beiden großen Halteschrauben herausgedreht. Diese liegen deutlich sichtbar an den beiden langen Flügeln bzw. Streben des Motors. Anschließend lässt sich der Motor mit einem festen Ruck in Körperrichtung abnehmen. Aber Vorsicht, der Motor ist schwer! Umdrehen und auf der Werkbank abstellen.


Motorkohlen prüfen und entfernen

Auf der Rückseite des Antriebs sind die beiden Motorkohlen mit ihrer weißen Fassung leicht zu erkennen. Sie stehen geradezu strahlenförmig von der Antriebswelle ab. Vor jedem weiteren Schritt ist jetzt zu prüfen, ob die Kabel noch sitzen. Denn vielleicht hatten die Kohlen einfach keinen Kontakt mehr. Ist das nicht der Fall, werden die Kabel nun herausgezogen.
Jetzt ist zu prüfen, ob die Motorkohlen wirklich verbraucht sind. Dazu werden die beiden Halteschrauben an jeder Kohle mit einem Kreuzschrauber herausgedreht, so dass die Kohlen entnommen werden können. Sofort ist zu sehen, wie kurz die Stifte schon sind. Fallen sie kürzer als 10-15 mm aus, heißt es nun: Motorkohlen tauschen!


Motorkohlen tauschen

Sollte es wirklich notwendig werden, die Motorkohlen zu tauschen, ist darauf zu achten, dass die neuen Kohlen jeweils dieselbe Kennzeichnung besitzen. Sie tragen entweder ein großes L oder ein R für die Drehrichtung des Motors.
Um die Kohlen einzubauen, werden sie mit ihrer Spitze gegen die Messinglamellen des Kollektors gedrückt. Dann wird der Zapfen an ihrer Fassung in die passende Aufnahme am Gehäuse des Motors gesteckt. Nun halten die Kohlen an Ort und Stelle und lassen sich bequem festschrauben.
Abschließend werden noch die Kabel an beiden Kohlebürsten wieder eingesteckt. Dann wird der Motor einmal probehalber angedreht. Wenn sich alles reibungslos bewegt und keine störenden Geräusche zu hören sind, wurde alles richtig gemacht.

 

Du benötigst neue Motorkohlen? Kein Problem! Schau doch einfach bei uns im Shop vorbei.


Motor wieder einbauen

Der Rest der Reparatur ist nur noch Formsache, denn die Schritte sind bereits von der Inspektion bekannt. Zunächst gilt es, den Motor wieder einzubauen. Auch hier empfiehlt es sich, erst mit den weißen Steuerkabeln zu beginnen. Denn diese lassen sich jetzt noch sehr viel einfacher einstecken, als wenn der Motor erst einmal sitzt.
Nun wird der Motorblock zurück in die Aufhängung geschoben, angedrückt und schließlich verschraubt. Dazu werden die beiden Schrauben an den „Flügeln“ wieder mit dem Steckschlüssel festgedreht. Auch die Sicherung der Steuerkabel wird nicht vergessen.


Keilriemen einstellen und Maschine schließen

Nur noch zwei Schritte fehlen, und das Tauschen der Motorkohlen ist erfolgreich abgeschlossen! Zuerst ist der Keilriemen wieder einzuspannen. Dazu wird er unten über die Motorwelle gelegt und dann langsam auf das große Antriebsrad gedreht. Am Ende sollte er möglichst mittig auf dem Rad liegen. Über die Rillen an der Motorwelle lässt sich die Position des Riemens gut steuern.
Zeit, die Maschine wieder zu verschließen! Die Gehäuserückwand wird zurück in Position gebracht und anschließend mit den zehn dazugehörigen Schrauben links und rechts gesichert. Damit wäre es geschafft und die Waschmaschine kann wieder in Betrieb genommen werden. Herzlichen Glückwunsch!


WASCHMASCHINENMODELLE

Nachfolgend ein kleiner Auszug ähnlicher Waschmaschinenmodelle, bei denen diese Anleitung ebenfalls funktionieren sollte. Die Liste der ähnlichen Modelle ist schier unendlich lang. Es kann also gut sein, dass diese Anleitung auch für Deine Waschmaschine funktioniert!

Whirlpool (AWO, AWO/D): AWO/D 5609, AWO/D 5809, AWO/D 6109, AWO/D 6227, AWO/D 6427, AWO/D 7127, AWO/D 7244, AWO/D 7720, AWO/D 8712, AWO 446, AWO 646, AWO 740, AWO 866, AWO 946, AWO 5105, AWO 5125, AWO 5145, AWO 6425, AWO 6445, AWO 6446, AWO 6466, AWM 6612, AWM 6614, LUNA 1200, LUNA 1400, ECLIPS 1200, BOSTON 1400, DENVER 1400, ATLANTA 1600

Privileg (PWF): PWF 1625, PWF 1645, PWF 1726, PWF 1746, PWF 1766, PWF 4646, PWF 4746, PWF 4846

Laden (FL): FL 1479, FL 1465, FL 1466, FL 1467, FL 1456, FL 1080

Ignis: (LEI, LOE): LEI 1006, LEI 1007, LEI 1207, LEI 1208, LOE 1050/1, LOE 1066, LOE 1077, LOE 1078 EG, LOE 1288 EG, LOE 6056, LOE 8056

Bauknecht (WAP, WA, WAK): WAP 6660-1, WAP 6460-1, WAK 4312, WAK 5401, WAK 5560 Plus, WAK 6750, WAK 6755, WAK 7302 , WAK 7304, WAK 7310, WAK 7469 PRIMELINE, WA 5341, WA 5555, WA 9986/1, WA PLUS 612 DI, WA PLUS 624 SD, WA SENSITIVE 12 DI, WA SENSITIVE 14 DI, WA SENSITIVE 24 SD, WA SENSITIVE 24 DI, WA Sensitive 36 Di, WA SENSE XL 34SD, WA CARE 12 DI, WA CARE 14 DI, WA PRIMELINE 14 DI, SUPER ECO 67, LINGERIE 1400, ARIZONA 1200