Die meisten Spülmaschinen hinterlassen das Geschirr nicht nur sauber, sondern auch trocken im Spülraum. Eine sehr praktische Funktion, die man umso mehr zu schätzen weiß, wenn sie einmal nicht mehr so geregelt abläuft, wie man sich das wünschen würde. Doch wie geht die Trocknung im Geschirrspüler eigentlich vor sich? Und was tun, wenn sie partout nicht richtig anlaufen will?


Wie trocknet die Spülmaschine das Geschirr?

Die Trocknung bei Spülmaschinen funktioniert immer durch Erwärmung des Spülgutes und die daraus resultierende Verdunstung des Wassers. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch der sogenannte Klarspüler. Der Klarspüler verändert nämlich die Oberflächenspannung des Wassers. So kann es nicht nur leichter vom Spülgut ablaufen, sondern auch schneller verdunsten. Dem abschließenden Spülvorgang wird daher immer Klarspüler zugegeben.

Die zweite unverzichtbare Komponente ist der Wärmetauscher. Dieser besteht meist aus einer Wassertasche auf der linken Seite des Gerätes. Wenn diese mit kaltem Wasser gefüllt ist, wird auch die Seite im Innenraum der Maschine gekühlt. Die feuchte Luft kann daran kondensieren und das Geschirr trocknet. Die Bildung von Kalk- und Wassertropfen am Geschirr wird vermieden. Und auch die verwendete Klarspülmenge trägt hier maßgeblich zu einem zufriedenstellenden Trocknungsergebnis bei.

Bei neueren Geräten mancher Hersteller kommt zusätzlich eine sogenannte Zeolith-Trocknung zum Einsatz. Dabei wird der feuchtwarmen Luft die Feuchtigkeit zusätzlich durch ein Granulat entzogen, diese bis zum nächsten Waschgang gespeichert und dann wieder abgegeben.


Warum trocknet die Spülmaschine nicht?

Wenn die Spülmaschine nicht zufriedenstellend trocknet und das Geschirr nass bleibt, dann kann das mehrere Ursachen haben:

  • fehlender Klarspüler oder schlechte Qualität
  • Verwendung von Multitabs
  • Programm ohne Trocknung
  • defektes Thermostat
  • kaputte Heizung
  • kaputte Ventile der Wassertasche
  • Ventilator der Zusatztrocknung kaputt
  • Heißwasseranschluss (Wasser zu heiß)
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Fehlender Klarspüler oder schlechte Leistung des Klarspülers

In den meisten Fällen ist eine falsch eingestellte Klarspülmenge der Grund für schlechte Trocknungsleistung. Die richtige Dosierung des Klarspülers kann aber eigentlich nur durch Ausprobieren und Beobachten erfolgen. Wenn das Trocknungsergebnis schlecht ist, dann hilft also eventuell schon die Erhöhung der Klarspülmenge.

Es empfiehlt sich dies schrittweise durchzuführen, denn zu viel ist genauso schlecht wie zu wenig. Ein grau-blauer Schleier auf den Gläsern deutet auf zu viel Klarspüler im Spülwasser hin.

Hinweis: Ökologische Klarspüler haben oft eine schlechtere Klarspülleistung. Daher muss bei der Verwendung ökologischer Klarspüler die Menge meist um ein bis zwei Einstellungen erhöht werden.


Verwendung von Multitabs

Multitabs sind zwar bequem, haben aber einen Nachteil: Sie lösen sich schon während des Waschgangs meist vollständig auf. Da aber das Wasser bereits nach dem Waschgang und noch vor dem letzten Spülen immer abgepumpt wird, verbleibt nur noch ein kleiner Rest des Spülwassers am Boden der Maschine. In diesem befinden sich aber die aufgelösten Bestandteile des Tabs inklusive des Klarspülers. So ist meist die Klarspülmenge zu gering, um für eine ordentliche Trocknung zu sorgen.


Programm ohne Trocknung

Zu diesem Punkt gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Denn wenn ein Programm ohne Trocknung gewählt wurde, wird das Geschirr natürlich auch nicht getrocknet.


Echte Defekte der Spülmaschine

In den Fällen, in denen kein Wechsel des Spülmittels stattgefunden hat, kann natürlich auch ein Defekt der Spülmaschine dafür verantwortlich sein, dass das Gerät nicht trocknet. Am häufigsten kommt vermutlich der Ausfall der Heizung in Betracht. In modernen Geräten ist nämlich die Heizung in die Umwälzpumpe integriert. Und diese geht leider recht häufig kaputt.

Andere mögliche Ursachen wären defekte NTCs (Temperaturfühler), kaputte Ventile des Wärmetauschers, ein verstopfter Wärmetauscher oder defekte Ventilatoren der Zusatzheizung.

Bei Warmwasseranschlüssen kann es vorkommen, dass die Temperatur des angeschlossenen Wassers zu heiß ist. Da dann aber die Wassertaschen mit heißem statt mit kaltem Wasser befüllt werden, kann die warme feuchte Luft nicht mehr kondensieren. Das Geschirr bleibt nass.

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Trocknungsergebnis verbessern

Wenn kein Defekt der Spülmaschine vorliegt, dann lässt sich das Trocknungsergebnis in der Regel mit einigen wenigen Handgriffen deutlich verbessern. Das gelingt durch:

  • Einzelkomponenten statt Multitabs
  • Plastikgeschirr aufteilen
  • Extratrocknung aktivieren
  • Tür nach Programmende unverzüglich öffnen
  • Abtupfen der Tassen

Einzelkomponenten statt Multitabs

Das Umsteigen von Multitabs auf Einzelkomponenten kann nicht nur das Trocknungsergebnis verbessern. Auch in der Spülleistung wird sich das sofort beim ersten Spülgang bemerkbar machen. Zudem wird durch die richtige Dosierung der einzelnen Komponenten auch die Umwelt deutlich weniger belastet und der Geldbeutel geschont. Einfach mal ausprobieren! Es zahlt sich aus!


Plastikgeschirr in der Spülmaschine

Plastikgeschirr ist zwar unzerbrechlich, hat in der Spülmaschine aber einen entscheidenden Nachteil: Es kann keine Wärme speichern. Dadurch wird das Wasser durch den Klarspüler bedingt zwar ablaufen, aber auf Plastik stets schlechter verdunsten als auf Porzellan. Auf Plastikgeschirr sind daher fast immer feuchte Stellen zu finden. Es ist daher ratsam, niemals zu viel Plastikgeschirr auf einmal zu spülen und dieses lieber, wenn möglich, auf zwei Spülgänge mit ausreichend Töpfen und Tellern aufzuteilen.


Extratrocknung aktivieren

Die meisten Spülmaschinen verfügen über die Einstellung der Extratrocknung. Dabei werden sowohl die Temperatur wie auch die Trocknungszeit geringfügig erhöht. Im Auslieferungszustand ist diese Funktion meist deaktiviert und muss vor der Inbetriebnahme aktiviert werden. Wie Du diese Einstellung verändern kannst, zeigen wir Dir im Artikel „Spülmaschine richtig einstellen".


Geschirrspültür nach Programmende öffnen

Bei allen Geräten kann die Trocknung erheblich verbessert werden, wenn die Tür der Spülmaschine direkt nach dem Spülgang geöffnet wird. Manche moderne Spülmaschinen machen das heute sogar schon automatisch. Aber Vorsicht, denn der heiße Dampf kann durchaus Temperaturen von 70°C erreichen! Und kein Vorteil ohne Nachteil: Auch wenn das Geschirr jetzt super trocken wird, kann die Kücheneinrichtung durch die warmfeuchte Luft langfristig in Mitleidenschaft gezogen werden.


Abtupfen der Tassen

Wird die Tür nach Programmende geöffnet, um die Wasseransammlungen in den Tassenböden mit einem Geschirrtuch aufzunehmen, ist ein wesentlicher Teil der Feuchte bereits entfernt. Den Rest erledigt dann die Physik durch Verdunstungswärme, solange das Geschirr noch warm bzw. heiß ist. Auch das wäre eine Möglichkeit, die Trocknung per Hand deutlich zu verbessern.


Fazit

Die eingestellte Klarspülmenge ist maßgeblich mitverantwortlich für die Trocknungsleistung des Geschirrspülers. Sollte kein Defekt vorliegen, empfiehlt es sich, die verwendete Klarspülmenge zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. Zudem kann es hilfreich sein, die Extra-Trocknung zu aktivieren und die Tür nach dem Spülvorgang sofort zu öffnen.